Wie aus unserem Baby ein Junge wurde

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Gesellschaft / Kind

Das Genderthema ist mittlerweile bei uns angekommen. Schon seit der Geburt vom Großkind vermeiden wir Sätze wie „typisch Mädchen/Junge“, sei es beim Verhalten unseres Kindes oder auch anderer Kinder. Die Kleidung ist bunt gemischt, vor allem auch, weil wir in den ersten Jahren viel gebrauchte Kleidung geschenkt bekamen, von Jungs wie auch Mädchen die aus der Kleidung mittlerweile heraus gewachsen sind.
Bei Büchern tauschen wir bunt die Geschlechter durcheinander und erweitern die Berufsbezeichnungen immer um das nicht niedergeschriebene Geschlecht (oft der weibliche Part wenn es um Berufe wie Ärztinnen oder Wissenschaftlerinnen geht..).

Wir wollen unseren Kindern jederzeit verständlich machen, dass ihnen alle Möglichkeiten offen stehen und sie sich auch kleiden können, wie sie wollen.

Oft führt die Bekleidung vom Großkind (oh mein Gott: blau!!!) dazu, dass fremde Menschen sie für einen Jungen halten und seltenst sogar empört sind, dass wir sie nicht in der Farbe kleiden in der Mädchen doch bekleidet werden sollen!!!einself

Kurz nach unsrem Umzug in die neue Heimat empörte sich Großkind plötzlich darüber, dass alle immer denken, dass sie ein Junge ist. „Nur weil ich blau trage! Dabei kann jedes Kind doch tragen was es will. Jungs können rot und rosa tragen, Mädchen blau. Alle können das anziehen, was ihnen gefällt.“

Seitdem hat sich das Thema festgesetzt. Immer wieder spricht sie das an, dass doch alle jede Farbe tragen dürfen.

Gestern waren wir in Berlin unterwegs. Großkind spielte gemeinsam mit Baby in einer Buddelkiste und ein anderes kleines Kind war auch dabei. Die Eltern vom anderen Kind saßen daneben und unser kommunikatives Großkind ging mit denen ins Gespräch. Unser Baby hatte einen blauen Schneeanzug an und sofort dachten die anderen Eltern, dass Baby ein Junge ist. Großkind fand es lustig und kam zu mir um mir ins Ohr zu flüstern: „Die anderen Eltern denken, dass Baby ein Junge ist nur weil sie blau trägt. Bitte nicht verraten, dass sie ein Mädchen ist, ok?“

Sie lief zurück und ich lauschte dem weiteren Gespräch. Und was passierte? Großkind sagte plötzlich: „Mein kleiner Bruder…“ und grinste mich dabei schelmisch an. Bis zum Schluss löste sie die Situation nicht auf sondern erfreute sich daran, dass die anderen ihr auf den Leim gegangen sind.

Ich bin gespannt wie sich dieses Thema in den nächsten Wochen und Monaten weiter entwickelt. Es macht ihr auf jeden Fall eine Menge Spaß mit den Vorurteilen der Menschen zu spielen, so viel ist sicher. Und ich bin stolz, dass wir sie für dieses Thema sensibilisieren konnten.

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