Tag 2: 11h on Tour und meine Füße im AKW.

Wenn ich das nächste Mal gefragt werde, ob ich ein Zimmer ohne eigenes Bad nehmen will und man sich ein Bad mit einem anderen Zimmer teilen will, dann erinnert mich daran einfach „NEIIIINNNN!!!!!“ zu rufen. Ganz laut und ganz lange. So endete nämlich fast dieser Tag. Ich kam erst um kurz nach 21 Uhr bei meinem neuen Bed & Breakfast an. Und just in diesem Moment begann das Nachbarzimmer mit dem Bad- und Duschexzess. Erst geschlagene 1,5h später war das Badezimmer frei. Allein gute 20 Minuten hatte zum Schluss jemand geduscht. Ich dachte schon, dass es nie enden würde.

Aber alles auf Anfang.
Heute morgen wachte ich gar nicht so spät auf. Nach deutscher Zeit war es 7 Uhr. Meine übliche Aufwachzeit zuhause. Hier war es also 6 Uhr. Und ich konnte nicht wieder einschlafen, fühlte mich aber auch ausgeruht. So eine Nacht, ohne durch Kinder geweckt zu werden (auch wenn es nur ein paar Sekunden oder wenige Minuten sind), ist schon Gold wert! Ich wollte noch nicht aufstehen (schließlich war es ja viel zu früh!), sondern ich schnappte mir mein Buch. Ich hatte mir kurz vor der Abreise von Margaret Atwood „Der Report der Magd“ gekauft und bin gerade dabei es zu verschlingen. Ein wirklich sehr lesenswerter Roman! Gegen 8 stand ich dann endlich auf, ging duschen, packte alles zusammen und verabschiedete mich noch von der AirBnB-Gastgeberin, die kurz vor mir die Wohnung verließ. Wir unterhielten uns noch kurz über ihren Hund „Dizzy“. Sie leidet unter Arthritis. Arme Hündin.

Frühstücken ging ich im Milk Café. Ich hatte es ja schon gestern kurz erwähnt. Dort musste ich den Schlüssel zur Wohnung abholen. Heute nahm ich mir Zeit um ausgiebig zu frühstücken. Scone, Flat White und ein Glas Orangensaft hatte ich mir bestellt. Und es war sehr lecker! Und das Café ist wirklich hübsch. (Unten habe ich euch wieder die Bilder dran gehängt.)

Nachdem ich gestärkt war machte ich mich auf den Weg zur Autovermietung, die gleich um die Ecke ist. Schnell alle Formalitäten geregelt und schon saß ich in einem wirklich tollen Mietwagen und es konnte losgehen. Ziel: Ab nach Norden! Ich hatte ein Zimmer in einem Bed & Breakfast in der Nähe von Thurso gemietet und musste da heute ankommen. Die Karten-App veranschlagte knappe 5,5h für die Tour, aber ich hatte fast alle Zeit der Welt, da ich allerspätestens erst um 22 Uhr ankommen musste. Gegen halb 11 machte ich mich auf den Weg. 11,5h hatte ich also Zeit.

Und: ich habe diese Zeit wirklich gebraucht! Ich kam zwar gut durch (es gab nur 2 mal einen kleinen Stau), aber ich musste natürlich immer wieder mal anhalten um die Aussicht zu bestaunen und Fotos zu machen. Vor allem, als ich mich dann dem Norden näherte, wurden die Pausen zahlreicher. Schottland ist einfach ein verdammt schönes Land und die Landschaft ist so abwechslungsreich! Seht einfach unten selbst 😉

Nach 8h Fahrt habe ich dann auch endlich den nördlichsten Punkt des britische Festlandes erreicht: Dunnet Head (das Foto mit dem Leuchtturm) und drumherum nisten viele Vögel in den steilen Klippen. Ich habe dort sogar diese niedlichen Puffins gesehen! Aaaaawww!

Danach wollte ich eigentlich endlich zur Unterkunft, aber auf dem Weg tauchte plötzlich so ein wunderbarer Sandstrand auf. Ich musste also noch einmal anhalten und einfach genießen. Schuhe aus und rein mit den Füßen musste natürlich auch sein. Eine schöne Erfrischung nach stundenlangem Sitzen im Auto.

Aber dann, dann musste ich wirklich weiter. Es war jetzt schon 20 Uhr und noch immer war ich weder bei meiner Unterkunft noch ein bisschen Proviant einkaufen. Also schnell weiter und dann in Thurso beim Tesco angehalten. Schnell alle Einkäufe erledigt und die letzten 30min Autofahrt absolviert. Vorbei an einem Atomkraftwerk…. ehm. Ja. Wirklich. Hier in der Nähe steht direkt am Meer (Kühlwasser!) ein hübsches AKW. Zum Glück hatte ich das erst gesehen nachdem ich mit meinen Füßen im Wasser war. 😉

Und dann war es 21 Uhr und ich kam endlich in meiner Unterkunft an. Und durfte dann 1,5h warten um endlich ins Bad zu kommen. Und anschließend setzte ich mich an diesen Text hier. Und jetzt ist es 23:13 Uhr und ich muss gleich mal schlafen. Morgen geht es nämlich weiter mit dem Auto. Mein Ziel: Isle of Skye! Es wird eine weitere lange Tour, aber ich freu mich schon jetzt sehr darauf.

Gute Nacht!

 

3 Kommentare zu “Tag 2: 11h on Tour und meine Füße im AKW.

  1. Lieber Herr Pfarrfrau,

    ich bin soooo neidisch! Warum einfach so spontan nach Schottland? Und warum bin ich noch nie selbst auf die Idee gekommen, das spontan trotz Kind(er) zu machen?

    Und dann auch gleich noch die Isle of Skye, wie wundervoll! Dann musst du unbedingt die Tour durch Armadale nach Aird of Sleat machen. Man wird belohnt mit einer wunderschöne Meer-Aussicht und einem wunderschönen Steinstrand am Ende. Mit Glück triffst du auf der Straße einige Highland Cows. Und morgen – wenn du Zeit hast – die Fahrt hoch und runter nach Applecross kann ich sehr empfehlen. Eine der spannendsten Autowege in Schottland. Und dann noch der Strand von Gairloch! Das wären so meine Tipps aus der Ecke.

    Ich will auch! Eine wunderschöne Reise wünsche ich!

  2. P.S. Das Youth-Hostel in Tongue ist eines der besten die ich kenne. Wenn es immernoch die Kuchen von Hanne gibt, dann nichts wie hin zum übernachten und Kuchen essen (aber am besten im Einzelzimmer!).

    • Herr Pfarrfrau

      Liebe Daniela, leicht verspätet kommt jetzt auch noch meine Antwort. Danke für die Tipps! An Applecross wäre ich vermutlich sowieso vorbei gekommen, aber dank deiner warmen Empfehlung war es mir ein noch größeres Bedürfnis, das wirklich zu machen und es hat sich total gelohnt, wie du in meinem Blogbeitrag vom 3. Tag lesen kannst. Das war wirklich grandios! Lustigerweise war mein B&B auf Skye südlich von Armadale, weshalb ich da unten auch unterwegs war. Das war auch echt sehr schön! Nur beim Youth-Hostel war ich nicht… dann habe ich etwas fürs nächste Mal. 😉

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