„Rain? Hi. Hi, my name is Rain. I have my own kiln, and my dress is made out of wheat.“*

„Dieser Name kann ja nicht euer Ernst sein. Wenn ihr mal woanders wohnen solltet als in Berlin, dann wird es euer Kind echt schwer haben und von den anderen gehänselt werden. Hier zerreißen sich schon alle das Maul darüber.“

Die vorangegangen Sätze kamen von meinem Bruder. Ich rief ihn am um ihn zum Geburtstag zu gratulieren. Er feierte mit seiner Verwandtschaft, die nur zur Hälfte (wenn überhaupt) auch meine ist und ich durfte mir das anhören. Liebevolle Sätze zum Namen, den wir für unser Baby gewählt haben. Ein Name, den ich noch immer so wundervoll finde, wie im 1. Moment, als er mir in den Sinn kam. Ein Name, der im ersten Moment so mancherlei Leute irritiert und zum Teil wirklich spaltet. Aber diesen Vorwurf vom eigenen (Halb-)Bruder an den Kopf geworfen zu bekommen, das traf mich sehr. Dieses Telefonat war auch eins der letzten Gespräche, die wir geführt haben. Zuletzt wollte er mich kurz nach meinem Geburtstag anrufen, aber es ist dann doch im Sande verlaufen.

Eigentlich sagen diese Sätze mehr über die Engstirnigkeit der anderen aus als über die eigene Unfähigkeit den Kindern so wenig Steine wie möglich mit auf den Weg zu geben. Andere Kinder könnten unser Baby irgendwann auf Grund ihres Namens hänseln? Dann müssen wir ihr das nötige Selbstbewusstsein mitgeben, dem etwas entgegen setzen zu können. (Hier muss man übrigens einwerfen, dass bislang alle Kinder, die den Namen vom Baby kennen, ihn total großartig finden!) Vor allem aber zeigt es doch auf, mit welchen Vorbildern die Kinder zuhause zurecht kommen müssen. Über andere Menschen herziehen auf Grund ihres Namens, Aussehens, Religion, Geschlechts oder sexuellen Vorlieben? Kinder machen das bestimmt nicht aus dem Blauen heraus, sondern erfahren das von Haus aus. Wenn sich also mehrere Erwachsene auf einer Geburtstagsfeier zusammensetzen und über einen Namen lästern und Kinder sitzen dabei und schnappen das auf und fangen dann an ein Kind mit dem Namen zu mobben: beschuldigt man dann die Eltern das Kind der Hänselei ausgesetzt zu haben, auf Grund der Namenswahl, oder sollte man sich nicht an die eigene Nase fassen und mal darüber nachdenken warum man über einen Namen lästern muss?

Und was für Reaktionen habt ihr so erhalten, als es um die Namen eurer Kinder ging?

P.S. Ich hatte es mit meinem Namen auch nicht immer leicht. Bis heute bin ich noch nicht alt genug um den Namen mit Würde tragen zu können. 😉

* Das Zitat in der Artikelüberschrift entstammt der Sit-Com „Friends“, Staffel 8 „The One Where Chandler Takes a Bath“

  1. Die Kantorin fragte, ob der Name Programm wäre…was hieße, dass ich noch ziemlich viele Söhne und mindestens eine Tochter bekommen müsste…Ansonsten nur positive Reaktionen.

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