Die Krux des Kinderladens

Kind 1.0 geht seit über einem Jahr in den Kinderladen. Es war unser Wunschkinderladen und wir kamen erst im 3. Anlauf rein. Wir hatten sogar schon einmal eine Zusage, nur um dann unter fadenscheinigen Begründungen doch noch abgelehnt zu werden. Wir waren damals zwar schon sehr verärgert über die Informationspolitik, aber viele andere Faktoren sprachen weiterhin dafür (u.a. auch die Tatsache, dass die Erlebnisse in den anderen Kinderläden, die wir uns angeschaut haben, schon von vornherein negativ waren).

Jetzt sind wir aber seit einiger Zeit da. Es gab seitdem auf und abs in der Beziehung mit den Erzieherinnen. Vielleicht ist es normal, vielleicht auch nicht. So ganz sicher sind wir uns da nicht. Immerhin mit der Bezugserzieherin sind wir glücklich. Bei einer anderen Erzieherin, muss man hingegen sagen, wären wir nicht unglücklich, wenn sie nicht da wäre. Aber da spalten sich schon die Meinungen unter den Eltern. Manche lieben sie, andere (ein paar wenige) finden sie ebenfalls furchtbar. Das soll aber noch gar nicht das eigentliche Problem sein. Das steckt ganz woanders…

Seit Anfang des Jahres bin ich im Vorstand vom Kinderladen. Wenn man mir vorher gesagt hätte, dass das in den schlimmsten Zeiten einer viertel bis halben Stelle gleich kommt, hätte ich mir das dreimal überlegt. Ergänzen muss man hierzu, dass gefühlt seit Januar ständig „schlimmste Zeiten“ sind. Streit zwischen einer Erzieherin und einem Elternpaar mit endlosen Vermittlungsgesprächen und Sitzungen ist das eine, seit einiger Zeit aber auch Konflikte im Team. Auch hier fanden seitdem viele, viele, viele Gespräche statt. Am Telefon (zu jeder Tages- und Nachtzeit), unter 4 (oder auch 6 Augen) oder an den freien Tagen von Erziehern. Die Spirale dreht sich immer schneller, die Gespräche werden immer intensiver, die Informationsfülle immer reichhaltiger. Und irgendwann weiß man nicht mehr, was man überhaupt noch glauben soll, wie man mit all dem umgehen soll und was eigentlich jemals das Ergebnis all dessen werden soll. Vielleicht würde es da leichter sein, wenn man alleine die Entscheidungen treffen könnte, aber das geht natürlich erst recht nicht. Auf Vorstandstreffen folgen Elternabende. Die Handlungsmöglichkeiten werden diffuser, Verantwortungen übernehmen will keiner (kann aber auch keiner mehr). So positiv demokratische Entscheidungen letztendlich sein können, so kräftezehrend ist der Weg dorthin.

Eine Ende all dessen ist noch nicht absehbar. Weder ein Ende der Teamkonflikte, noch ein Ende einer Entscheidungsfindung. Der Gedanke aus dem Kinderladen zu gehen und sein Kind von anderen Erzieher/innen betreuen zu lassen kam auch schon auf. Und wenn es dazu kommen sollte dann weiß ich, dass ich ein Vorstandsamt im Kinderladen ganz sicher nicht mehr übernehmen werde. Mit meiner Freizeit kann ich schöneres anfangen.

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